Münchener Zentrum für Lehrerbildung
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Fachtag zum Thema „Sprache und Kultur“

Über 100 Interessierte setzen sich einen Tag lang mit Interkulturalität auseinander

18.04.2015

 „Wie kann ich als Pädagoge mit Vielfalt im Klassenzimmer umgehen?“

Am ersten Samstag im Semester kamen über hundert Lehramtsstudierende, Referendare und Lehrkräfte an die LMU München, um dieser Frage nachzugehen. Der Fachtag „Sprache und Kultur“ wurde vom Münchener Zentrum für Lehrerbildung gemeinsam mit dem Verein Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte (LeMi e.V.) und dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) veranstaltet.

Der Schwerpunkt des phasen- und schulartübergreifenden Fortbildungstags lag auf den Themen Diversität im Unterricht, Bildungserfolg, Elternarbeit und Sprachförderung. Zentrales Anliegen war es, Antworten und Hilfestellungen für die Herausforderungen im pädagogischen Alltag zu bieten.

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Der einführende Fachvortrag und die Workshops fanden großen Anklang bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern (Fotos: Leonhard Hitzler, MZL).

Fachvortrag zu Interkulturalität und türkisches Catering

lemi_gaeste_mIn ihren Grußworten betonte die Schirmherrin der Veranstaltung Dr. Karin E. Oechslein (Direktorin des ISB) ebenso wie Dr. Ulrich Seiser (Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst) und Johannes von Lill-Rastern (Giesecke & Devrient Stiftung) die Wichtigkeit des Themas. Gerade Initiativen wie der vom LeMi e.V. angestoßene Fachtag würden einen wichtigen Beitrag zu der aktuellen Debatte liefern.

Inhaltlich eingeleitet wurde der Fachtag entsprechend mit dem Vortrag „Was jede Lehrkraft über Interkulturalität wissen sollte“ von Prof. Dr. Doris Fetscher von der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Eine Kernannahme ihres Vortrags war die Unkenntnis über andere Kulturen, die jede interkulturelle Kommunikation oft so schwer mache. Mit vielen Beispielsituationen illustrierte sie interkulturelle Missverständnisse und regte zum Nachdenken an. Dabei war ihr die Metakommunikation und -reflexion ein großes Anliegen: über interkulturelle Unterschiede zu sprechen löse die meisten Missverständnisse und Situationen.

Dem inhaltlichen Einstieg schloss sich eine interkulturelle Mittagspause mit türkischem Catering und einem „Markt der Möglichkeiten“ an. Bei Cigara-Börek und gefüllten Weinblättern konnten sich Interessierte über Projekte wie LeMi, SchulePlus oder das aktuelle Angebot des Pädagogischen Instituts informieren.

Breites Workshop-Angebot

lemi_referenten_mGut gestärkt besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach der Mittagspause einen von zehn Workshops, die mit Themen wie „Umgang mit Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer“ oder „‚Ihr gehört zu uns!‘ – Muslime in der Schule“ praxisnahe Impulse zur interkulturellen Werteerziehung, Integration und Sprachförderung an Schulen gaben. Das Besondere: alle Workshops wurden von Lehrkräften geleitet, die selbst einen Migrationshintergrund haben und damit über eine besondere Sensibilität für die Thematik verfügen.

So ging beispielsweise Margit Yesiltas im Workshop „Grammatikunterricht für Zweitsprachenlerner“ speziell auf Herausforderungen in Übergangsklassen ein, in denen Schülerinnen und Schüler mit bis zu 16 verschiedenen Muttersprachen gemeinsam Deutsch als Zweitsprache lernen. Dass es auch hier mit dem richtigen Handwerkzeug möglich ist, Inhalte kultur- und sprachübergreifend sowie nachhaltig und mit Spaß zu vermitteln, konnte die Referentin ihrer interessierten Gruppe anschaulich und spielerisch nahebringen.

Eine ganz intensive Erfahrung konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Vasiliki Dourakakis Workshop machen: Ausschließlich in griechischer Sprache hielt sie im ersten Teil des Workshops eine Einführungsunterrichtsstunde zu einem naturwissenschaftlichem Thema. Dass die Teilnehmenden dabei kein Wort verstanden, war dabei ihr Ziel – auf diese Weise könnten sie nachvollziehen, wie sich Sprachanfänger am Gymnasium fühlen, so die Referentin.

Den Abschluss des Fachtags bildete ein Plenum, in dem die Schwerpunkte der zehn Workshops noch einmal für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammengefasst wurden.

Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten, dass das Thema Interkulturalität brandaktuell und von zunehmender Bedeutung ist. Sehr viel Lob und Anerkennung fanden die Bemühungen des Vereins Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte (LeMi e.V.), der die Workshops organisiert hatte und der sich als Vereinsziel die aktive Unterstützung der Integration im Bildungsbereich zur Aufgabe gemacht hat.


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