Münchener Zentrum für Lehrerbildung
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Bericht zur Tagung "Digital Together - Bildung in einer digitalen Welt gestalten" des MZL

22.08.2022

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Am 30. Juni und 1. Juli 2022 kamen knapp 250 Lehrkräfte, Lehramtsstudierende, Forschende aus verschiedenen Fachdidaktiken, Fachwissenschaften und speziell den Erziehungswissenschaften sowie weitere Interessierte digital über Zoom und die Lernplattform Moodle bei der Tagung „Digital Together – Bildung in einer digitalen Welt gestalten“ zusammen. Die Veranstaltung wurde vom Münchener Zentrum für Lehrerbildung (MZL) organisiert und u.a. über das Projekt „Lehrerbildung@LMU“, das Teil der Qualitätsoffensive Lehrerbildung (QLB) ist, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel der Veranstaltung war es, zur Diskussion über digitale Bildungsprozesse und -konzepte sowie bildungsrelevante digitale Innovationen aus Forschung und Technik anzuregen und diese vor dem Hintergrund ihrer Gesellschaftlichen Relevanz zu reflektieren. Zwei Fragen standen dabei im Vordergrund: Welche Anforderungen werden im Rahmen einer digitalen Bildung an Schüler:innen und Lehrer:innen im 21. Jahrhundert gestellt? Und wie können Schüler:innen und Lehrer:innen auf diese Anforderungen vorbereitet werden?

Die Tagung begann mit einem Grußwort von Prof. Dr. Oliver Jahraus, dem Vizepräsidenten für den Bereich Studium der LMU, und einer Eröffnung durch die Direktorin des MZL, Prof. Dr. Christiane Lütge. Danach startete sogleich das dichte inhaltliche Programm der Tagung mit den sogenannten Denkräumen, nämlich vier Sessions, in denen jeweils parallel zwei bzw. drei Einzelvorträge mit anschließender Diskussionsrunde stattfanden. Hier wurden aktuelle Forschungsansätze zu so vielfältigen Themen wie medienbezogene Lehrkompetenz (Dr. Florian Schultz-Pernice), Medienwirkungen (Dr. Brigitte Naderer), Prüfungskultur und Digitalität (Prof. Dr. Uta Hauck-Thum), Audience-Response-Systeme (Prof. Dr. Sven Strickroth), Bildungsgerechtigkeit (PD Dr. Jana Heinz), Inklusion (Prof. Dr. Sophia Falkenstörfer, Dr. Caren Keeley), Demokratiebildung (Prof. Dr. Markus Gloe), Nachhaltigkeit (Sebastian Ring), Diversität (Prof. Dr. David Kergel) sowie Medienkommunikation (Dr. Claudia Riesmeyer) präsentiert und diskutiert sowie der Orientierungsrahmen „Digitale Lernaufgaben“ vorgestellt (Jochen Arlt). Die Denkräume boten einen guten Einstieg in das Tagungsthema und fanden viel Anklang bei den Teilnehmer:innen, sodass der Zeitslot von 30 Minuten pro Vortrag und Diskussion hier fast etwas knapp bemessen war.

Nach der Mittagspause folgte die erste Keynote: Prof. Dr. Frank Fischer, der erfreulicherweise kurzfristig für die leider erkrankte Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs einspringen konnte, gab auf der Basis metaanalytischer Befunde einen Überblick über die Forschung zu den Effekten unterschiedlicher Gestaltungsformen und Einsatzvarianten von digitalen Medien auf die Initiierung von Lernaktivitäten und auf fachliche und fächerübergreifende Lernergebnisse an Schule sowie Hochschule. Der Vortrag „Unter welchen Bedingungen sind Lehren und Lernen mit digitalen Medien effektiv“ stieß bei den Zuhörer:innen auf großes Interesse und wurde auch in der Abschlussevaluation wiederholt als äußerst gewinnbringend hervorgehoben.

Im Anschluss an die Keynote fanden parallel zehn Workshops, die sogenannten Praxisblitzlichter, statt, die die Themenfelder der Denkräume wiederaufnahmen und ergänzten. Hier kam es bedauerlicherweise zu technischen Schwierigkeiten, die das Tagungsteam zwar schnellstmöglich löste, die aber dennoch mehrere der Workshops in Zeitnot brachten.

Am Abend folgte eine weitere Keynote: Prof. Dr. Kaska Porayska-Pomsta sprach im Rahmen der International Munich Lectures in Teacher Education Research, die über den QLB-Forschungsverbund zur Internationalisierung der Lehrer:innenbildung regelmäßig veranstaltet werden, über Vorteile und Gefahren der Nutzung Künstlicher Intelligenz im Klassenzimmer.

Am zweiten Veranstaltungstag stand erneut das Format der Praxisblitzlichter im Zentrum, die dieses Mal aufgeteilt waren in fachspezifische und fächerübergreifende Workshops. Bei ersteren waren die Fächer Deutsch, Englisch, Spanisch, Geschichte, Chemie und Physik vertreten. Zum Großteil wurden hier Forschungsergebnisse vom QLB-Projekt „Lehrerbildung@LMU“ vorgestellt. Auch bei den fächerübergreifenden Praxisblitzlichtern präsentierten sich Projekte von „Lehrerbildung@LMU“ und es gab auch externe Praxisworkshops. Hier wurden wieder Themen des ersten Tages, etwa Demokratielernen oder Nachhaltigkeit, aufgenommen und um neue, bspw. psychische Gesundheit und Medienethik, ergänzt. Das Tagungsteam hatte am Vorabend zum Glück alle technischen Schwierigkeiten mit diesem Format aus dem Weg räumen können, sodass die Praxisblitzlichter des zweiten Tages ohne Probleme abgehalten werden konnten.

Am zweiten Tagungstag fand außerdem eine weitere Keynote statt: Assoz. Prof. Dr. Petra Missomelius sprach über die multiperspektivischen Zugänge, die alle Fächer umschließen und die in der Schulpraxis notwendig sind, um im Zusammenspiel von Digitalität und gesellschaftlichem Wandel neue Reflexionsebenen zu eröffnen. Zudem hatten die Teilnehmer:innen im videogestützen Austauschformat die Möglichkeit, sich frei und in eigenem Tempo mit einer großen Auswahl an „Lehrerbildung@LMU“-Projekten der aktuellen Förderphase der Qualitätsoffensive Lehrerbildung auseinanderzusetzen. Hierfür hatten die einzelnen Projekte eigene Moodle-Kurse mit Vorstellungs- und Erklärvideos vorbereitet, die sich die Teilnehmenden anschauen konnten. Für jedes Projekt standen die Verantwortlichen als Ansprechparter:innen in Zoom-Meetings bereit, um Fragen zu beantworten, weitere Informationen zu geben und in Austausch über die Projektarbeit zu treten.

Die Tagung wurde am Freitagnachmittag abgerundet durch eine offene Abschlussrunde. Außerdem wurde eine Abschlussevaluation durchgeführt, an der viele Tagungsgäste teilnahmen. Die meist genannte Kritik bezog sich auf die enge zeitliche Taktung der Tagung, die dazu führte, dass es in manchen Fällen wenig Raum für Diskussionen und Austausch gab. Dies wird das Organisationsteam bei zukünftigen Tagungen berücksichtigen und einzelnen Programmpunkten mehr Zeit einräumen. Ansonsten fiel die Evaluation alles in allem sehr positiv aus: Die Teilnehmer:innen waren mit der Tagungsorganisation durch das Team des MZL insgesamt sehr zufrieden, das Online-Format wurde vielfach gelobt und die einzelnen Tagungselemente wurden als sehr gewinnbringend eingeschätzt.


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