Münchener Zentrum für Lehrerbildung
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QUISUGS: Qualifizierung in der 1., 2. und 3. Phase der Grundschullehrerbildung für inklusiven und sprachsensiblen Unterricht in der Grundschule

30.05.2022

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Das Projekt „Qualifizierung in der 1., 2. und 3. Phase der Grundschullehrerbildung für inklusiven und sprachsensiblen Unterricht in der Grundschule (QUISUGS)“, das im Rahmen von „Lehrerbildung@LMU“ durch die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung (QLB)“ gefördert wird, verschränkt inhaltliche Angebote und didaktische Formate, um Grundschullehrkräfte in ihren Kompetenzen für Unterrichtsplanung und unterrichtliches Handeln in heterogenen Klassen zu stärken. Dazu werden die Anforderungen der Inklusion und Sprachsensibilität systematisch miteinander verknüpft und es wird mit angehenden wie aktiven Grundschullehrkräften erarbeitet, angewendet und reflektiert, wie ein inklusiver und sprachsensibler Unterricht mit Blick auf verschiedene Heterogenitätslinien geplant und gestaltet werden kann. Das Verbundprojekt besteht aus den „Kooperationsseminaren der 1. und 2. Phase“, der Lehrerfortbildung „QUISUGS: Qualifizierung für inklusiven und sprachsensiblen Unterricht“ und der „Inklusionsdidaktischen UNI-Klasse“.

In den „Kooperationsseminaren der 1. und 2. Phase“ beschäftigen sich Studierende und Lehramtsanwärter:innen gemeinsam ein Semester lang mit einem spezifischen Thema und setzen sich dabei mit theoretischen Inhalten und praktischen Umsetzungsmöglichkeiten rund um Inklusion und Sprachsensibilität auseinander. Themen waren hier bereits die Rechtschreib- und Graphomotorikförderung sowie Medienkompetenz.

Die QUISUGS-Fortbildung, das Kernstück des Projekts, richtet sich an Lehrkräfte, die in Grundschulen unterrichten und sich konstruktiv mit der Heterogenität ihrer Schülerschaft auseinandersetzen und diese produktiv nutzen möchten. Die Fortbildungen finden seit Oktober 2019 in bisher fünf Zyklen statt. Hierfür werden bisher wenig herausgearbeitete Forschungsansätze erweitert, die Lehrkräfte als Kooperations- und Forschungspartner:innen mit einbezogen und eine teilnehmerorientierte Spezifizierung der Fortbildungsinhalte vorgenommen. Gleichzeitig sollen Einblicke in die Professionalisierungsprozesse der Lehrkräfte gewonnen werden. Damit knüpft das Format an Ansätze der didaktischen Entwicklungsforschung an, in denen die Ziele Forschung und Entwicklung konstruktiv miteinander verbunden werden. In den bisherigen Fortbildungen kam ein Fragebogen im Prä-Post-Design zum Einsatz, der Items zur persönlichen Bereitschaft, inklusionsorientiert zu unterrichten, mit Items zur Selbstwirksamkeit kombiniert. Die Ergebnisse zeigen eine positive Entwicklung der Teilnehmer:innen durch die QUISUGS-Fortbildung. Insbesondere in Bezug auf individuelle Lernvoraussetzungen, inklusionsorientierte Unterrichtsplanung und sprachsensiblen Unterricht wurde ein Anstieg in den erweiterten pädagogischen und fachdidaktischen Kenntnissen deutlich. Zusätzlich zum Fragebogen wurden Unterrichtstagebücher eingesetzt, die erste Hinweise liefern sollen, welches fachdidaktische Wissen zur Planung und Gestaltung von inklusivem und sprachsensiblem Unterricht für die Lehrkräfte relevant ist und inwieweit dieses durch die Fortbildung erweitert werden kann. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Schutzmaßnahmen wurden die Fortbildungen in den Jahren 2020-2022 teilweise oder vollständig digital angehalten. Dafür wurde auch eine digitale Fortbildungserweiterung, „QUISUGS-home“, entwickelt und erfolgreich implementiert. Außerdem konnte eine Kooperation mit der Akademie für Personalführung und Schulentwicklung (ALP) in Dillingen aufgebaut werden, wodurch z.B. die Online-Plattform „Lehrgangsbegleiter“ der ALP für die Fortbildungsarbeit genutzt werden kann.

Die Projektergebnisse der inklusionsdidaktischen UNI-Klasse fließen in die Begleitforschung der Fortbildung für Lehrkräfte ein. Darüber hinaus ermöglichen gemeinsame Veranstaltungen mit der zweiten Phase der Lehramts-ausbildung den Austausch von Studierenden und Lehramtsanwärter:innen über das Entwickeln und Umsetzen von inklusionsorientiertem Unterricht. Der Fokus liegt hierbei auf der Analyse von videografierten Unterrichtssequenzen. Im letzten Jahr wurde eine Zusammenarbeit mit dem Projekt „Inklusionsdidaktische Lehrbausteine (!DL)“ von Prof. Dr. Ulrich Heimlich (LMU) und Prof. Dr. Markus Gloe (LMU), das ebenfalls bei Lehrerbildung@LMU beheimatet ist, aufgebaut. Filmsequenzen von !DL konnten somit auch für die UNI-Klasse verwendet werden, sodass diese trotz der Corona-Pandemie ebenfalls im Online-Format weitergeführt werden konnte.

 


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